Bildgebende Verfahren in der Medizin


Unter dem Oberbegriff "bildgebende Verfahren" versteht man in der modernen Medizin alle technologischen Diagnoseverfahren, durch die man zu einer Abbildung des Körperinneren kommt. Zu diesem Zweck wurden in den letzten Jahrzehnten verschiedene apparative Untersuchungsmethoden entwickelt. Sie nutzen unterschiedliche Technologien und ermöglichen, zwei- oder dreidimensional dargestellte Bilddaten aus dem Körperinneren zu betrachten und zu diagnostischen Zwecken auszuwerten.

Zum ersten Mal wurde der Begriff "bildgebende Verfahren" am Ende der Siebziger des vergangenen Jahrhunderts in medizinischer Fachliteratur erwähnt. Zunächst meinte man damit vor allem die Röntgenaufnahme, die Röntgentomographie, die Xerographie und die Ultraschalluntersuchung. Weitere Verfahren verfeinerten die diagnostischen Möglichkeiten noch erheblich. Man hatte festgestellt, dass die bis dato bekannten Verfahren zu ungenau waren. Heute wird der verallgemeinernde Begriff "bildgebende Verfahren" häufig nach der Art der eingesetzten Strahlen oder der Art der erzeugten Bilder unterschieden. Man kennt heutzutage zahlreiche apparative Verfahren der Diagnosestellung: Röntgenaufnahmen und Computertomographien, außerdem die Szintigraphie, die Positronen-Emissions-Tomographie und die Single-Photon-Emissions-Computertomographie, die Sonographie bzw. Ultraschalluntersuchung, die Magnetresonanztomographie und die Thermographie.

Unter dem Begriff "magnetic resonance imaging" versammelt man Verfahren, die Kernspinresonanz als Bild gebendes Mittel einsetzen. Dieses diagnostische Verfahren der Medizin ermöglicht schichtweise Schnittbilder, die eine besonders genaue Diagnostik und Lokalisierung von Krankheitsherden erlauben. Der deutsche Begriff Magnet-Resonanztherapie, kurz MRT, wird synonym mit dem Begriff der Kernspinthomograpohie verwendet. Gelegentlich findet man auch die Abkürzung MRI statt MRT. Diese bezieht sich auf den englischen Begriff "magnetic resonance imaging " und meint dasselbe. Das Verfahren basiert auf starken Magnetfeldern in Kombination mit elektromagnetischen Wechselfeldern, die im Radiofrequenzbereich angesiedelt sind. Durch diese werden - vereinfacht gesagt - bestimmte Atomkerne im Körper angeregt und geben elektrische Signale ab. Anschließend kehren sie wieder in ihren Ruhezustand zurück. Jede Gewebeart hat ihre eigenen Resonanzzeiten und erzeugt einen anderen Bildkontrast.

Entwickelt wurde das "magnetic resonance imaging" ab 1973. Zunächst entwickelten Paul C. Lauterbur und Sir Peter Mansfield über Jahre hinweg das Verfahren. Sie erhielten dafür den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2003. Die Beiträge von Mansfield machten die Idee von Lauterbur erst praktikabel. In deutschen Labors wurden dann Varianten des Verfahrens entwickelt. Seit Mitte der Achtziger vergangenen Jahrhunderts wendet man die MRT in zahlreichen Kliniken mit Erfolg an.